Comdirect vs. Consorsbank – wer hat die besseren Kurse – Test vol. 1

Heute möchte ich mich mal einem sehr heißen Thema widmen – nämlich den Ausführungskursen bei Aktiensparplänen. Vergleicht man die Konditionen bei Aktiensparplänen dann kann man sehen, dass die Comdirect und die Consorsbank die besten Konditionen bieten. Seit die Comdirect ihr Konditionsmodell in wesentlichen Punkten denen der Consorsbank angeglichen hat, gibt es hier eigentlich nur noch bei den Eintragungsgebühren von deutschen Namensaktien relevante Unterschiede:

So kostet die Eintragung von Namensaktien bei der Comdirect 0,95 € und bei der Consorsbank 1,95 €. Bei der Consorsbank kann man dieser Eintragung für ein Depot komplett widersprechen, so dass gar keine Gebühr anfällt, bei der Comdirect geht das widerum nicht.   

Zurück zum Thema. Die Ausführungskurse bei Aktiensparplänen sind heiß diskutiert und man kann in verschiedenen Foren immer wieder lesen, „dass die Consorsbank schlechtere Kurse mit höheren Spreads stellen würde“. Worauf beruht dieser Vorwurf?

Die Ausführung von Aktiensparplänen bei Consorsbank und Comdirect

  • Die Consorsbank stellt die Orders für ihre Aktiensparpläne morgens ab 08.00 Uhr bei Börsenöffnung an der Börse München.
  • Die Comdirect stellt ihre Aktiensparplan Orders nachmittags ab 15.30 Uhr auf Xetra.

Wenn man diese beiden Fakten miteinander vergleicht, woher die teils bösen Vorwürfe gegenüber der Consorsbank herkommen. Auf den ersten Blick ist es logisch, dass der Markt morgens um 8 Uhr an der Börse München nicht so liquide sein kann, wie nachmittags um 15:30 Uhr auf Xetra. Damit könnte man nun fertig sein, doch so einfach ist es eben nicht. Man muss schon auch schauen, was es tatsächlich ausmacht. Genau das habe ich getan.

Vergleich von Ausführungskursen bei Aktiensparplänen von Consorsbank und Comdirect

Wie so oft ihm Leben, zählt nämlich das was hinten rauskommt. Also habe ich es mir ganz leicht gemacht: Ich habe im Februar zwei Aktiensparpläne eröffnet. Bei der Consorsbank – und bei der Comdirect auch. Ich konnte mir aus Liquiditätsgründen natürlich nicht alle Aktien auswählen, die bei Consorsbank und Comdirect im Angebot sind, das wäre ziemlich teuer geworden. Ich habe mich für zwei Aktien von Unternehmen entschieden, die bei Sparplaninvestoren sehr beliebt sind und gleichzeitig sowohl für Deutschland als auch für Internationalität stehen.

Meine Wahl fiel auf Berkshire Hathaway und Fuchs Petrolub. Natürlich bei Berkshire Hathaway die B Aktie ( ca. 180 €; WKN: A0YJQ2) und bei Fuchs Petrolub die Vorzugsaktie (ca. 49 €; WKN: 579043).

Beide Aktien wurden nun also seit Februar 2018 monatlich zur Monatsmitte mit Sparraten zu je 25 € sowohl bei der Consorsbank als auch bei der Comdirect Bank bespart. Nachdem dieser Test nun sieben Monate bis einschließlich 15. August 2018 lief und ich jeweils eine Berkshire Hathaway Aktie und ca. 3,7 Fuchs Petrolub Vorzugsaktien zusammen habe, ist es an der Zeit ein erstes Fazit zu ziehen bzw. sich das ganze mal genauer anzuschauen.

Und man kann es schon auf den ersten Blick sehen: So eindeutig wie man vielleicht denken würde ist es nicht.

Bei den Fuchs Petrolub Vorzugsaktien hat die Consorsbank von 7 Sparplan-Ausführungen zweimal den besseren Kurs gestellt. Fünfmal gab es bei der Comdirect Bank den besseren Kurs. Letztlich habe ich in meinem Comdirect Depot 0,0163 Fuchs Petrolub Aktien mehr als in meinem Consorsbank Depot. Der Unterschied liegt unter einem Euro.

Berkshire Hathaway

Bei den B Aktien von Berkshire Hathaway bot die Consorsbank in drei von sieben Ausführungen den besseren Kurs. Die Comdirect Bank hatte zwar viermal den bessere Kurs – dennoch habe ich schließlich in meinem Consorsbank Depot mehr Anteile an Berkshire Hathaway – genauer gesagt 0,00327 Aktien mehr. Auch hier ist der Unterschied unter einem Euro.

Fazit Consorsbank vs. Comdirect

Was schließt man nun daraus? Ganz einfach! So einfach wie es in vielen Foren steht, ist es eben doch nicht. Allein der Fakt, dass beide Banken bei beiden Aktien mal den besseren Kurs boten, zeigt, dass es in diesem Vergleich keinen eindeutigen Sieger geben kann. Auch wenn die Comdirect hier leicht vorn liegt, könnte es in anderen Monaten wieder anders aussehen.  Doch warum ist es so kompliziert? Ganz einfach, weil an der Börse nunmal immer gehandelt und auf aktuelle Nachrichten reagiert wird. Während die Nachrichtenlage morgens um 8 Uhr an der Börse München noch gut sein kann, kann sie eben am gleichen Tag um 15:30 Uhr ganz anders aussehen. Und das hat Einfluss auf den Ausführungskurs. Auch wenn dann der Markt viel liquider ist, ist es eben schon wieder ein „anderer“ Markt.

Übrigens fiel mir bei der Comdirect noch etwas auf. Im Gegensatz zur Consorsbank wo immer die 25 € (abzüglich 0,37 € Gebühren) investiert wurden, hat die Comdirect es nie geschafft, die 25 € vollständig zu verarbeiten. Es wurden zwar 25 € von meinem Girokonto abgebucht und auch die Gebühren lagen mit 37 Cent genauso hoch wie bei der Consorsbank, es wurden aber immer ein paar Cent auf dem Verrechnungskonto stehen gelassen. Nicht weiter schlimm, aber irritiert etwas.

Wenn Sie sich nach einem neuen Wertpapierdepot für ihre Aktiensparpläne suchen, sollten Sie also nicht schwarz-weiß entscheiden, sondern schauen welche Bank zu Ihnen passt. Welche Bank hat das Angebot an Aktien, das Ihnen zusagt. Wie sieht das weitere Sparplanangebot (zum Beispiel kostenlose ETF Sparpläne) aus, wie sind die Ordergebühren und und und.

zum Vergleich der Aktiensparplan Konditionen

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Comdirect vs. Consorsbank – wer hat die besseren Kurse – Test vol. 1
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One comment
  1. Hallo,
    Ihnen ist schon bewusst, dass Sie hier Äpfel mit Birnen vergleichen? Wie kann man zwei Kaufkurse miteinander vergleichen, wenn dazwischen über 7 Stunden liegen?

    Desweiteren kommen die von vielen in den Foren proklamierten hohen Spreads von Seiten der Consorsbank bei eben nicht deutschen Aktien oder bekannten ausländischen Papieren zustande – Berkshire dürfte mit die am bekanntesten und beliebteste ausländische Sparplanaktie sein. Probieren Sie das doch einmal mit eher in unseren Gefilden unbekannteren kleinen Titeln aus Japan, Frankreich oder Großbritannien, dann fällt ihr Ergebnis, welches jetzt schon Bände spricht, noch eine ganz andere Sprache.

    Sie mögen Recht haben, dass die Unterschiede marginal sind – rechnen Sie doch mal mit 400 EUR pro Monat über 20 Jahre, dann kommen ganz andere Zahlen heraus als diese Centbeträge im obigen Beispiel … so einfach, wie Sie sich es machen, ist es dann auf wieder nicht.

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